Richtlinien für die Reinigung von Solaranlagen

 

Schadensfreiheit, Werterhaltung

Die verbindlichen Richtlinien für die fachmännische Reinigung von PV-Modulen wurden geschaffen, um Schäden bei der Reinigung auszuschließen. Es ist außerdem ein Leitfaden für die Reinigung mit Werterhalt.

Sie dienen dem Solarreiniger, PV-Anlagenbesitzer und Investoren als Leitfaden für den fachgerechten Umgang mit verschmutzten Photovoltaik-Modulen. Die Reinigungsempfehlungen der Modulhersteller sind sehr unterschiedlich und müssen stets beachtet werden.

Die Richtlinien:

1. Ökologische Reinigung

Das Reinigungsmedium muss von der Herstellung bis zur Anwendung bzw. Entsorgung nach der Definition des Wuppertaler Instituts einen möglichst geringen MIPS-Wert von 1-2 aufweisen. Leitungs-, Brunnen- und Regenwasser haben einen geringen MIPS-Wert.

Die Abkürzung MIPS steht für Materialinput pro Serviceeinheit. MIPS ist ein Maß für den Naturverbrauch eines Produktes oder einer Dienstleistung entlang des gesamten Lebensweges (Gewinnung, Produktion, Nutzung, Entsorgung/Recycling).

Technisch aufbereitetes Wasser (entionisiertes, deionisiertes Wasser), Reinigungschemikalien (auch sog. "biologisch-abbaubare") und Nano-Produkte sind mit einem hohen MIPS sehr unökologisch!

2. Schadensfreie Reinigung

Eine fachmännische Solarreinigung darf nur mit einem minimalen Schadensrisiko ausgeführt werden:

  • Die Gläser der PV-Module bestehen überwiegend aus kratzempfindlichem Glas: ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas), TVG (thermisch vorgespanntes Glas) etc.
  • Die Gläser, Eindichtungen (Silikon, Dichtungslippe) und Aluminium-Profile verändern im Laufe der Jahre durch UVA-Einstrahlung und Imissionen ihre Qualität.
  • Die alterungsbedingt veränderten Modulmaterialien müssen besonders schonend gereinigt werden.
  • Unsachgemäße Reinigung löst zusätzlich biophysikalische und biochemische Reaktionen aus.

3. Werterhaltende Reinigung

Die Reinigung von PV-Anlagen muß der Werterhaltung der Photovoltaikanlage und der Ertragsmaximierung im laufenden Betrieb dienen.

Werterhalt bedeutet, dass die Oberflächen und das Innere der Materialien in keiner Weise durch Einwirkung von außen (physikalisch-chemisch) eine zerstörende Veränderung erfahren (z.B. Korrosion etc.). Die alterungsbedingt veränderten Modulmaterialien brauchen eine regelmäßige Pflege.

4. Sonder-Reinigung

Stark verschmutzte Module aus kratzempfindlichem Glas entsprechen bezüglich des handwerklichen Know-Hows generell einer Sonderreinigung. Diese erfordert ein MIPS-neutrales Reinigungsmittel und ein sehr hohes Maß an Sachverstand und Berufserfahrung.

Fazit:

1. Tatsächlich ökologische Reiniger haben keinerlei Inhaltsstoffe (Tenside, Enzyme etc.). Alles was sich pur aus der Flasche trinken lässt, hat den Test bestanden!

2. Photovoltaik-Module bestehen aus sehr kratzempfindlichem Glas (ESG, TVG etc.). Verkratzungen werden erst Stunden später sichtbar und können durch Reflexion und Streulicht den Wirkungsgrad reduzieren. Fachleute haben bei Verkratzungen auch Bedenken hinsichtlich Veränderungen in der Statik geäußert (Schneelast, Hagel, thermische Belastungen...).

Deshalb muß stets unter Einweichen mit viel Wasser mit weichen Bürsten sanft und handwerklich umsichtig gereinigt werden. Rotierende Bürsten sind als risikoreiche Hilfsmittel zu klassifizieren. Besondere Vorsicht gilt bei stark verschmutzten Gläsern und fest haftendem Schmutz.

3. Manche Modulhersteller empfehlen, für die Reinigung "weiches Wasser" zu verwenden. Weiches Wasser bedeutet aber nicht zwangsweise eine Entmineralisierung von Wasser.

Entmineralisierung und Deionisierung bergen Schadensrisiken. Verschiedene Modulhersteller schließen deshalb in ihren Handhabungsrichtlinien technische Wässer (Reinstwasser, deionisiertes Wasser) und Reinigungschemikalien generell aus. Der Verlust jeglicher Gewährleistung bezieht sich dann auch auf die sogenannten biologisch abbaubaren Reinigungsmittel.

Weiches Wasser kann mit "Solarbutzwasser" ohne Veränderung des Mineralstoffgehalts erreicht werden. Dieses Funktionswasser hat keinerlei Inhaltsstoffe und wird dem Leitungswasser zudosiert.

4. Die fachmännische Solarreinigung erhält den Anlagenwert und optimiert somit die Gesamtlaufzeit. Sie hat immisionsabhängig lange anhaltende Reinigungsergebnisse.

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